Philomena von Rom, auch Filumena oder Filomena,
war eine Christin, die 302 in Rom während
der Christenverfolgung unter Diokletian enthauptet
wurde. Nach der Entdeckung ihres Grabes 1802 wurde sie als Märtyrerin und
Wundertäterin verehrt.
Entdeckung ihres Grabes
Am 25. Mai 1802 wurde in der Priscilla-Katakombe
in Rom das Grab einer jungen Frau gefunden. Auf drei Ziegelplatten stand
die lateinische Inschrift LUMENA|PAX
TE|CUM FI. Die Reihenfolge der Platten war offensichtlich vertauscht.
Richtig angeordnet heißt es: PAX TECUM FILUMENA (deutsch: Friede
sei mit dir, Filumena). Die Symbole auf den Tafeln wurden als Palmzweig,
Pfeile, Anker und Lilie gedeutet. Neben ihrem Kopf fand man ein gläsernes
Salbengefäß und hielt dessen Inhalt für Blutreste. Daraus
schloss man, dass es sich um Reliquien einer
Märtyrerin namens Filumena bzw. Philomena handeln
müsse.
Verehrung
Pfarrer Francesco de Lucia (1772-1847) ließ die
Reliquien im Juni 1805 nach Neapel bringen.
Regen nach langer Dürre und Krankenheilungen wurden Philomena als Wunder
zugeschrieben. Am 10. August 1805 wurden die Reliquien, 1827 auch die beim
Grab gefundenen Ziegelplatten, nach Mugnano
del Cardinale (Diözese Nola)
gebracht.
Die Klosterschwester Maria Luisa di Gesù und
andere Personen behaupteten, durch Privatoffenbarung das Leben Philomenas erfahren
zu haben. Diese Biografien wurden durch Pfarrer de Lucia noch ausgeschmückt.
Die Verehrung breitete sich rasch in Italien und
vor allem in Frankreich aus.
Besonders Pauline
Marie Jaricot, die am 10. August 1835 am Grab Philomenas von einer schweren
Krankheit geheilt worden war, und Jean-Marie
Vianney, bekannt als Pfarrer von Ars,
förderten dort ihren Kult.
Gleichzeitig gab es im 19. Jahrhundert auch Stimmen, die Philomenas Verehrung
kritisierten. Die falsche Reihenfolge der gefundenen Platten könnte bedeuten,
dass die Platten ursprünglich bei einem anderen Grab verwendet wurden.
Auch die Symbole auf den Platten weisen nicht notwendig auf eine Märtyrerin
hin.
Wegen der vielen Wunder gestattete Papst Gregor
XVI. 1834 die Verehrung und führte 1837 Philomenas Fest ein. Papst Pius
IX., der seine Heilung von Krämpfen der Fürsprache Philomenas
zuschrieb, gab ihr den Titel „Beschützerin des Rosenkranzes“.
1961 wurde ihr Fest aus dem liturgischen Kalender der katholischen
Kirche gestrichen. Eine private Verehrung blieb aber gestattet.
Ihr Leben
Nach der von Pfarrer de Lucia verfassten Biografie war Philomenas
Vater ein König aus Griechenland, der sich zum Christentum bekehrt hatte.
Kaiser Diokletian wollte Philomena heiraten, die aber ablehnte, da sie sich
als Jungfrau Gott geweiht hatte. Der Kaiser ließ sie geißeln,
mit Pfeilen beschießen und mit einem Anker um den Hals in den Tiber werfen,
doch sie wurde immer wieder wunderbar errettet. Schließlich wurde sie
enthauptet.
Ihr Martyrium ähnelt in viele Punkten den legendenhaften Biografien von Agatha oder Lucia.
Gedenktag
Ihr Gedenktag ist der 10.
August.
Sie ist Patronin der Kinder und Kleinkinder, der werdenden Mütter, der
Gefolterten und Gefangenen.
Ikonografie
Sie wird meist mit einem Anker, einer Lilie, drei Pfeilen und
einer Geißel dargestellt.
Gemeinschaften mit ihrem Namen
- Arme Töchter der heiligsten Jungfrau und der heiligen Philomena,
gegründet 1835 bei Poitiers,
Frankreich
- Erzbruderschaft der heiligen Philomena, gegründet 1884
als Gebetsgemeinschaft in Paris
Literatur
- Giovanni Braschi: Philomena. Die Heilige aus den Katakomben.
Schmid, Durach 1991
- Jean Darche u. a.: Es war einmal ... : das Einst und Jetzt der
Philomena-Verehrung. Theresia, Seewen 1995, ISBN
3-908542-39-1
- Gerd-Klaus Kaltenbrunner: Geliebte Philomena. Kleiner Liebesbrief
an eine wiedergefundene Heilige. Theresia, Lauerz 1995, ISBN
3-908542-49-9
- Th. Nelk: Die heilige Filomena, Jungfrau und Martyrin, die Wunderthäterin
des neunzehnten Jahrhunderts. Ruhland, Altötting ca. 1990
- Hans Reinhard Seliger: Philomena von Rom. In Lexikon der
Heiligen und der Heiligenverehrung. (I-Q) 2. Band. Herder, Freiburg
i. B. 2003, ISBN
3-451-28192-9
Weblinks
| Personendaten |
| NAME |
Philomena |
| ALTERNATIVNAMEN |
Filumena, Filomena |
| KURZBESCHREIBUNG |
christliche Märtyrerin |
| STERBEDATUM |
302 |
| STERBEORT |
Rom |
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